Bio-Diesel

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Deutschland muss Impulse setzen

Brasilien
Seit der ersten Erdölkrise vor über 30 Jahren können brasilianische Autofahrer den aus Zuckerrohr gewonnenen Biosprit tanken. Im Jahr 2004 waren zwei Drittel der Neufahrzeuge mit dem preiswerten und schadstoffarmen Bio-Ethanol unterwegs. Im gleichen Jahr deckte Brasilien etwa 36 Prozent der Weltproduktion ab. Der billige Kraftstoff kommt bei den Südamerikanern gut an. Auch die Automobilhersteller, z.B. VW (VW do Brasil), scheinen mit der Umrüstung auf umweltfreundlichere Autos gut zu fahren und gute Geschäfte zu machen. Alles lief gut, bis die Regierung anfing Subventionen zu streichen und die Nachfrage deutlich zurückging. Der Markt für Biokraftstoffe entwickelte sich nicht mehr weiter, weil die wirtschaftlichen Grundlagen entzogen waren. Die Regierung reagierte mit einem neuen Programm, mit dem das Interesse an Biokraftstoffen wieder gesteigert werden konnte. Quelle: ARD

Deutschland
2006 führte die Bundesregierung eine Steuer von sechs Cent pro Liter auf reinen Biodiesel ein. Dem Finanzministerium war dies aber nicht genug und erhöhte die Abgaben Anfang 2008 auf 15 Cent. Bis 2012 sollen es nach den Vorstellungen unserer Politiker sogar 45 Cent pro Liter werden. Damit steht der Markt für Biodiesel in Deutschland vor dem Aus und viele Hersteller vor der Insolvenz. Für Verbraucher gilt nun, wer Biosprit will, der muss für die höheren Kosten tiefer in die Tasche greifen. Die Mehrkosten errechnen sich aus den zusätzlich erhobenen Steuern und dem höheren Spritverbrauch, denn der CO2-arme Biosprit ist weniger leistungsfähig als die üblichen Kraftstoffe.

Importe aus Brasilien?
Wie sinnvoll wären Importe aus dem Ausland, z.B. Brasilien? Martin Hofstetter, ein Umweltschützer und Greenpeace-Experte, hält solche Importe für ökologischen Unsinn. Die Rodung von Regenwäldern, Überdüngung und Transportkosten schaden dem Klima noch mehr und wirtschaftlich geht die Rechnung auch nicht auf. Er ist sogar für die Abschaffung der Biokraftstoff-Quoten und begründet dies mit der fehlenden Rentabilität der Branche.

Welche Lösungen gibt es?
Eine Nachhaltigkeitsverordnung der Bundesregierung könnte für Klarheit und Sicherheiten sorgen, die für Biosprit-Hersteller, Verbraucher und letztlich Klimaschutz in Deutschland vorteilhaft wären. Biosprit ist nicht gleich Biosprit! Es braucht klare Unterscheidungen und Richtlinien, damit Biokraftstoffe mit niedrigen CO2-Werten, die ressourcenschonend und umweltfreundlich hergestellt werden, eine Chance bekommen und dieser Markt nicht völlig an Palmöl-Lieferanten verloren geht.

Ob in Brasilien, Indonesien, China, Afrika oder in den USA, der Markt mit Biopflanzen wird weiter dramatisch wachsen. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn hierzulande Biokraftstoffproduzenten Konkurs gehen und Biopflanzen pauschal verteufelt werden. Mit einer durchdachten und konsequenten Nachhaltigkeitsverordnung könnte Deutschland als gutes Beispiel vorangehen, seine Stellung in der Welt nutzen, Impulse setzen und zu einer besseren Umwelt- und Energiepolitik beitragen. Auch die Deutsche Wirtschaft würde davon mittel- und langfristig profitieren.

Worum geht es bei der Nachhaltigkeitsverordnung?
Mit der Verordnung will der Gesetzgeber den Schutz natürlicher Lebensräume und die Entwicklung umweltfreundlicher Biokraftstoffe durch die Einhaltung bestimmter Anforderungen bei der Erzeugung und Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen sicherstellen. Es geht um die gesamte Strecke, von der Herstellung, Verarbeitung, den Transport bis hin zum Verbrauch, über die eine Minderung des Treibhausgases (CO2) erreicht werden soll. Die Verordnung will auch Anreize für die Entwicklung und Herstellung umweltfreundlicher Krafstoffe setzen.

Quellen: Detailiert nachlesen kann man das hier:
Verordnung über Anforderungen an eine nachhaltige Erzeugung von Biomasse zur Verwendung als Biokraftstoff

Ralf Hartmann

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