CCS
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Das erste große Carbon-Capture-Projekt Kanadas geht in die Bauphase. Hierzu wird ein älterer Kraftwerksblock am Boundary Dam-Kohlekraftwerk in der Provinz Saskatchewan zu einem Demonstrationsprojekt für das Einfangen von CO2 umgebaut. Für das milliardenschwere Vorhaben hat die Provinzregierung nun die Genehmigung erteilt. Weitere Projekte dieser Art könnten folgen.
Durch das erste CCS-Projekt in kommerzieller Größenordnung in Kanada werden pro Jahr ungefähr eine Million Tonnen an Treibhausgasen aus dem Umlauf genommen, heißt es in einer Pressemitteilung des Elektrizitätsversorgers SaskPower. Die Technik für den Carbon Capture-Prozess wird von dem Unternehmen Cansolv, einer Tochter der Shell Global Solutions, geliefert. Die Dampfturbine kommt aus dem Hause Hitachi. Damit wird solch eine Turbine weltweit zum ersten Mal genutzt, um die Carbon Capture-Technologie in ein [mehr...]
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synthetisiert. Der Vorteil: Das sogenannte „EE-Methan“ (EE steht für – wie könnte es anders sein – erneuerbare Energie) kann im bestehenden Erdgasnetz
gespeichert und in herkömmlichen, gasbetriebenen Geräten genutzt werden.
Unendlich viele Rohstoffe
In Deutschland hat das Hochdruck-Erdgasnetz eine Länge von etwa 50.000 Kilometern, das Netz mit Niederdruckleitungen zu den Hausanschlüssen ist sogar insgesamt 370.000 Kilometer lang. Der Wirkungsgrad der Reaktion selbst soll bei etwa 60 Prozent liegen.
An dem für die „CO2-Produktion“ verantwortlichen Rohstoff dürfte es bis auf weiteres auch nicht mangeln: Solar- und Windstromkapazitäten werden beständig erweitert und die deutsche Industrie pustet immer noch genug CO2 pro Jahr in die Atmosphäre. Ein Ende ist nicht abzusehen, kämpft doch Bundeskanzlerin Merkel in der EU für die Verlängerung der Subventionen für die deutsche Steinkohleindustrie.
Das EE-Methan-Verfahren wäre auch eine sicherere Alternative zum politisch hoch favorisierten CCS-Verfahren (Carbon Dioxide Capture and Storage). RWE plant nach wie vor, in Schleswig-Holstein 150 Millionen Tonnen CO2 aus seinen Kohlekraftwerken einzulagern, das über eine 600 Kilometer lange Pipeline aus dem Ruhrgebiet nach Schleswig-Holstein gepumpt werden soll.
Die sicherere Variante
Insbesondere in den Landkreisen Flensburg und Nordfriesland soll es dann bekanntlich in 2.000 Meter Tiefe verpresst werden. Die Hoffnung, dass es sich dort sozusagen „in Luft auflöst“. Davon verspricht sich RWE, entsprechend viele seiner CO2-Zertifikate im Emissionshandel verkaufen zu können.
Bürgerproteste konnten die Umsetzung dieses wissenschaftlich brisanten Projektes jedoch bisher verhindern. Das EE-Methan-Verfahren wäre sicher die bessere Variante. Der einzige Nachteil: Es hätte ausgedient, wenn die fossilen Energieträger aussterben. Denn nur solange diese mit der alternativen Energiegewinnung koexistieren, macht das Verfahren einen Sinn.
Daniel Seemann