Energieversorger
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Lange Zeit hatte man den Eindruck, die USA würden in Sachen Energiepolitik zu den ewig Gestrigen gehören. Nun scheint sich das Blatt zu wenden: Ein neuer Cleantech-Boom hat die Vereinigten Staaten erfasst und könnte das Land schon 2013 zum größten Solarenergiemarkt der Welt werden lassen. Derzeit liegen die USA noch hinter der Bundesrepublik.
Einen großen Beitrag hierzu leisten neue Gesetze, die den amerikanischen Energieversorgern finanzielle Anreize setzen, große Solarfarmen zu bauen. Allein im letzten Jahr hat die Anzahl an neuinstallierten Solar-Megawatt um mehr als 25 Prozent zugenommen, dieses Jahr soll die solare Gesamtkapazität in den USA auf ein Gigawatt ansteigen.
Grund dafür ist die Rezession, die dafür gesorgt hat, dass durch das Überangebot an Solarpanels die Preise um 40 Prozent gefallen sind. Aber auch staatliche Vergünstigungen haben ihren [mehr...]
Deutschland, auf einer Energiemesse im Monat Mai. Ich besuche den Stand eines städtischen Energieversorgers, der sich mit futuristischem Design und dynamisch-klangvollem Namen präsentiert. Ein Vertriebsmitarbeiter Mitte Vierzig nimmt sich Zeit für ein kurzes Gespräch. Ja, die städtischen Energieversorger, hebe ich an. Die würden ja allerorten von Billigstromanbietern [mehr...]
Freche Slogans und selbstbewusste Anzeigen in U-Bahnstationen und an Straßenkreuzungen: so präsentiert sich die RheinEnergie in Köln [mehr...]
- Mit dem
Energie & Klima 2020-Programm reduziert die RheinEnergie den CO2-Ausstoss des Unternehmens jährlich um 150.000 Tonnen.
- Die RheinEnergie hat sich mit dem Klimakreis Köln (Köln Agenda), einer politisch neutralen Bürgerbewegung zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen, zusammengetan und fördert den Ausbau von Effizienz-Projekten mit 1 Mio Euro pro Jahr.
- Das Unternehmen unterstützt die Köln Agenda bzw. deren „CO2-Einsparkraftwerk.“ Diese Sammelstelle für Effizienzmaßnahmen erfasst sämtliche Projekte und Maßnahmen von Privathaushalten und Unternehmen in Köln, die zur Reduzierung von CO2-Emissionen führen.
Der jüngste Coup der RheinEnergie ist ein neues Energiekonzept für den Autohersteller Ford. Seit Februar wird dessen Energiebedarf am Standort Köln zu 100% mit erneuerbaren Energien gedeckt, konkreter: mit Wasserenergie aus Skandinavien.
Die Aktion ist ein interessantes Beispiel für ideenreichen, ökonomisch und ökologisch wirksamen Klimaschutz – auch wenn ihre Umsetzung auf den ersten Blick ein wenig verquer anmutet. Der skandinavische Sauberstrom, so erfahren wir, wird nicht etwa von weit entfernten Gletscherbachkraftwerken nach Deutschland importiert (was uns auf den ersten Blick auch fragwürdig erschien – lange Transportwege bedeuten ja immer hohe Energieverluste), sondern erfolgt über den Erwerb eines Zertifikats. Die RheinEnergie kauft ein bestimmtes Kontingent an grünem Strom ein, das dann nicht mehr dem Strommarkt zur Verfügung steht. Dem Autohersteller Ford wird zwar konventionell hergestellter deutscher Strom zugeführt, doch irgendwo in Norwegen oder Schweden hat das Unternehmen die Gewinnung von grünem Strom finanziert.
Das Konzept nennt sich Renewable Energies Certificate System und ist, so Preuß, „ein hervorragender Weg, um mit den Mitteln der Ökonomie Ökologie zu erzeugen.“
Innerhalb von Deutschland hat die Rheinenergie ihr Augenmerk unter anderem auf die Erzeugung von Bioenergie, genauer, Biogas, gelegt. In den vergangenen drei Jahren hat das Unternehmen mehrere Standorte für den Aufbau von Biogaskraftwerken untersucht – und jedes Mal sind die Projektpläne von Bürgerinitiativen gestoppt worden. Inzwischen hat das EE-Projektteam der RheinEnergie einen Standort in der Nähe von Dormagen gefunden, wo ein Biogas-Kraftwerk mit einer Leistung von 2 bis 3 Megawatt entstehen soll; das Unternehmen plant außerdem, weitere Biogas-Kapazitäten hinzuzukaufen. Ein vielleicht vorsichtiger Vorstoß hin zu einem ökologisch orientierten Energie-Mix, aber immerhin: ein Anfang.