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Erneuerbare Energien – Jetzt!

Sie fragen sich vielleicht, welche Firmen und einflußreichen Politiker dahinter stecken, um sich durch einen neuen Markt steinreich zu machen? Warum unterstützen mehr und mehr Leute erneuerbare Energien? Sicher, Erneuerbare Energien bergen einen riesigen Marktabsatz und werden schlauen Investoren ein Vermögen einbringen. Und das ist gut so, denn es geht um viel mehr als Geld.

Erneuerbare Energien sind nicht irgendwann in der Zukunft überlebensnotwendig, wenn uns die Ressourcen ausgegangen sind, sondern jetzt. Der Grund dafür ist einfach, verblüffend und beängstigend:

Jim Hansen beschreibt ihn in seinem Brief an den australischen Premierminister Kevin Rudd vom 1. April 2008:

CO2, welches durch das Verbrennen fossiler Rohstoffe entsteht, hat eine sehr lange Lebenszeit in der Atmosphäre: Wenn wir heute z. B. Kohle verbrennen, dann sind in 100 Jahren noch ca. 33% des CO2 in der Atmosphäre. Diese lange Lebenszeit von CO2 steht in krassem Gegensatz zu anderen Treibhausgasen, wie Wasserstoff, welches nur eine Lebenszeit von 1-2 Wochen besitzt.

Und was bedeutet diese lange Lebenszeit für uns?

Stellen Sie sich eine fast überlaufende Badewanne vor. Der Wasserhahn ist so weit aufgedreht, dass der Überlauf nicht schnell genug Wasser ablaufen lassen kann. Was machen Sie, um zu verhindern, dass die Badewanne überläuft?

Dafür gibt es 2 Möglichkeiten:

1. den Stöpsel ziehen
2. den Wasserhahn zudrehen

Im Moment emittieren wir so viel CO2 (≈Wasser), daß es nicht schnell genug von Ökosystemen und Ozeanen aufgenommen werden kann (≈ Überlauf ist zu klein, obwohl 42% alles CO2 weiterhin von Ökosystemen aufgenommen werden). Dadurch kommen wir bedrohlich nahe an Kipp-Punkte (≈überfließende Badewanne), die unvorhersehbare Konsequenzen für alles Leben auf unserem gesamten Planeten haben könnten.

Leider gibt es keinen Stöpsel zum Ablassen des CO2. Also müssen wir den Wasserhahn zudrehen: d.h. die CO2-Emissionen so weit wie möglich minimieren. Eine – wenn auch noch so drastische – Verringerung der CO2-Emissionen würde jedoch eine Klimakatastrophe nur verlangsamen, aber nicht vermeiden. Denn auch bei einer Verringerung der Emissionen steigt – wegen der langen Verweildauer von CO2 in der Atmosphäre – der CO2 Gehalt der Atmosphäre weiter an. Und wir müssen nicht nur die Emissionen verringern, sondern die CO2-Konzentration in der Atmosphäre langfristig von 384 ppm auf 350 ppm (parts per million) reduzieren.

Daher ist ein Moratorium auf alle Kohlekraftwerke, die CO2 nicht effektiv und sicher abscheiden können, sowie ein Abschalten alter Kohlekraftwerke, eine absolute Überlebensnotwendigkeit. Wenn wir es schaffen würden, innerhalb der nächsten 20 – 30 Jahre Kohlekraftwerke, die nicht CO2 abscheiden können, abzuschalten, dann – so Hansen – könnten wir es schaffen, die CO2 Konzentration rechtzeitig zu reduzieren.

Für eine solche Umrüstung der Energiewirtschaft werden Erneuerbare Energien absolut essentiell sein. Zum Glück haben wir schon die notwendigen Technologien. Es ist höchste Zeit, daß wir diese Technologien auch in einem bisher noch nicht bekannten Ausmaß produzieren und anwenden.

Wenn wir in der Vergangenheit fähig waren aufzurüsten und Kriege zu führen, dann haben wir nun die Chance und Verantwortung Kriege um Ressourcen, wie z.B. Wasser, zu verhindern. Wenn uns die Umsetzung unserer Verantwortung zusätzlichen wirtschaftlichen Gewinn einbringt, umso besser. Der größte Gewinn aber, liegt in der Zukunft und dem Leben unserer Kinder, die mit keinem Geld der Welt bezahlbar ist.

Maiken Winter

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