Klimamodelle

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Eine Pause in der globalen Klimaerwaermung?

Verfeinerte Klimavorhersagen lassen geringere Erwärmung in den nächsten Jahren erwarten

Immer häufiger hat man in den letzten Jahrzehnten weltweit neue Temperaturrekorde verzeichnet. Nach einer neuen Studie, die am 1. Mai in der internationalen Fachzeitschrift „Nature“ erscheint, könnte es damit in den nächsten Jahren erst einmal vorbei sein. Grund dafür ist eine natürliche Klimaschwankung, die voraussichtlich den langfristigen Erwärmungstrend im kommenden Jahrzehnt etwas abmildert. Dies haben Klimaforscher des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und des Max-Planck Instituts (MPI) für Meteorologie anhand von verfeinerten Klimamodellvorhersagen berechnet.

Bisherige Rechnungen zum globalen Wandel, wie die im letzten Bericht des UNO Klimarats (IPCC) 2007 veröffentlichten, hat man unter Annahme bestimmter zukünftiger atmosphärischer Treibhausgasentwicklungen durchgeführt. Diese Strategie ist gerechtfertigt, solange man an der langfristigen Entwicklung des Klimas etwa bis zum Ende dieses Jahrhunderts interessiert ist. Um auch die kurzfristige Entwicklung in den kommenden Jahren vorherzusagen, müssen die Modelle zusätzliche Informationen über die natürlichen Klimaschwankungen erhalten, insbesondere über die Schwankungen der Meeresströmungen. Das Fehlen entsprechender Messungen hat dies bisher verhindert. Wissenschaftler des IFM-GEOMAR und des MPI für Meteorologie haben nun eine Methode entwickelt, um die Meeresströmungen aus den Meeresoberflächentemperaturen abzuleiten. Letztere sind für die vergangenen 50 Jahre gut bekannt. Mit dieser zusätzlichen Information lassen sich dann mit den Klimamodellen die kurzfristigen natürlichen Klimaschwankungen vorhersagen, welche die langfristige, anthropogene Erwärmung überlagern. Die so verfeinerten Vorhersagen lassen vermuten, dass sich die globale Erwärmung in den kommenden Jahren etwas abschwächt.

„Damit Sie uns richtig verstehen: wir postulieren nicht, dass die vom Menschen verursachte Klimaänderung nicht so schlimm ausfallen wird, wie befürchtet“, erläutert Prof. Mojib Latif vom IFM-GEOMAR. „Dem generell nach oben weisenden Trend ist nur eine langperiodische Schwingung überlagert, die in den nächsten Jahren dann netto zu einem geringeren Temperaturanstieg führen könnte“, so Latif weiter. „Das ist so, als ob Sie von der Küste ins Hochgebirge fahren und dabei immer wieder Vorberge und Täler überqueren, bevor Sie auf den Gipfel gelangen“, erklärt Dr. Johann Jungclaus vom MPI für Meteorologie. „Spätestens in einigen Jahren, wenn sich die Trends beider Phänomene ergänzen, geht es mit den Temperaturen dann wieder stärker nach oben.“

Emmy-Noether Fellow und Erstautor Dr. Noel Keenlyside vom IFM-GEOMAR erklärt weiter: „Wir haben in unserem Klimamodell zusätzlich zu den Treibhausgaskonzentrationen die beobachtete Meeresoberflächentemperatur der letzten Jahrzehnte vorgegeben, eine Vorgehensweise, die wir schon erfolgreich bei der Jahreszeitenvorhersage, wie der El Niño Vorhersage, angewendet haben. Die Meerestemperaturen beeinflussen die Winde und den Wärmeaustausch zwischen Ozean und Atmosphäre, und beide Faktoren beeinflussen wiederum die Meeresströmungen. Die Ergebnisse sind sehr ermutigend und zeigen, dass es neben der globalen Mitteltemperatur zumindest für einige Regionen der Erde möglich ist, die natürlichen, dekadischen Klimaschwankungen vorherzusagen. Zu diesen Gebieten gehören auch Europa und Nordamerika, die unter dem Einfluss natürlicher Schwankungen im Nordatlantik bzw. tropischen Pazifik stehen.“

„Mit solchen Prognosen werden wir Ihnen zwar nicht sagen, ob es 2012 weiße Weihnachten in Norddeutschland gibt, aber schon eine Tendenz angeben können, ob bestimmte Jahrzehnte eher überdurchschnittlich warm oder kalt ausfallen, sofern nicht andere unvorhersehbare Effekte, wie zum Beispiel Vulkanausbrüche solche Prognosen zunichte machen“, fasst Prof. Latif zusammen.

Quelle: IFM GEOMAR

Originalarbeit:

Keenlyside, N. S., M. Latif, J. Jungclaus, L. Kornblueh, and E. Roeckner, 2008: Advancing Decadal-Scale Climate Prediction in the North Atlantic Sector. Nature, 453, 84-88.

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Rückgang des Ozonlochs erhöht Schmelze der Antarktis?

Wie schon in früheren Beiträgen erwähnt, beschreiben die Klimamodellen zukünftige Klimaentwicklungen unter vorgegebenen Bedingungen. Unvorhergesehene Änderungen im Klimasystem können dabei kaum berücksichtig werden. Eine solche unvorhergesehen Änderung wurde kürzlich in einem Artikel unter Judith Perlwitz an der University of Colorado, Boulder, USA [mehr...]

350 – eine Zahl, die jeder kennen sollte

350.

350 ppm.

Das sind 350 Teilchen pro Millionen.

350 Teilchen CO2 pro Millionen anderer Teilchen in unserer [mehr...]

Häufige Missverständnisse beim Klimawandel: Klimamodelle

Beitrag auf dem Yale Climate Media Forum von Zeke Hausfather, frei übersetzt von Maiken Winter; überarbeitet von Dr. Hans Richard Knoche, Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU), Forschungszentrum Karlsruhe

Nur wenige Themen im Bereich Klimawandel entfachen hitzigere Debatten als die scheinbar langweiligen Klimamodelle. Kritiker meinen, dass [mehr...]

Ändert sich das Klima wirklich?

Diese Frage wird kaum mehr gestellt, da es inzwischen sehr viele eindeutige Beweise für den Klimawandel gibt. Jedoch gibt es weiterhin Unsicherheiten, die den Klimawandel weniger glaubhaft machen können:

Die Ausmasse des Klimawandels sind regional sehr unterschiedlich. Vorhersagen über das zukünftige Klima gelten daher nicht überall in gleicher [mehr...]
Die Ausmasse des Klimawandels sind regional sehr unterschiedlich. Vorhersagen über das zukünftige Klima gelten daher nicht überall in gleicher Weise. Ein nur wenig verändertes lokales Klima ist daher kein Beweis dafür, dass es keinen globalen Klimawandel gibt. Ursachen für solche lokalen Klimaschwankungen sind begründet in Faktoren wie Topographie, geographischer Lage (wie die Nähe zu grossen Gewässern und Gebirgen; Breitengrad), und Vegetation. Das europäische Forschungs-Projekt Cecilia wird u.a. diese regionalen Unterschiede untersuchen.
  • Das Wetter kann stark von Tag zu Tag variieren. Es wird sogar vorausgesagt, dass Wetter-Extreme intensiver werden. Das heisst, ein früherer Wintereinbruch im Herbst, oder ein Schneesturm im Frühling, werden möglicherweise öfter als heutzutage eintreten. Solche Ereignisse sind jedoch keine Zeichen dafür, dass die Temperatur nicht global ansteigt. Das Wetter an einem bestimmten Tag – im Gegensatz zum Klima (welches ein Durchschnitt von Wetterereignissen über einen bestimmten Zeitraum oder über eine bestimmte Region ist) – ist kein Indiz für oder gegen den Klimawandel. (Ein Vergleich zwischen Wetter und Klima auf Englisch ist auch bei RealClimate)
  • Wetterextreme gab es schon immer. Ein Wirbelsturm, eine Überschwemmung, eine Hitzewelle, oder eine Dürreperiode sind für sich alleine betrachtet keine Anzeichen für einen Klimawandel. Schon immer gab es solche Wetterextreme. Jedoch ist die Zunahme in der Anzahl und der Intensität solcher Ereignisse ein klares Zeichen des Klimawandels. Diese Zeichen haben v.a. die Versicherungen wie die Münchner Rück schnell verstanden, die daraus natürlich ihre Konsequenzen ziehen, und ihre Prämien in Gefahrenzonen (wie Küstennähe) erhöhen.
  • Wie in jeder Wissenschaft, gibt es auch in der Klimaforschung gewisse Unsicherheiten. Keine wissenschaftliche Aussage hat jemals 100%-ige Sicherheit, abgesehen von einigen Gesetzen in der Physik wie die Schwerkraft (z.B. kann man 100%-ig sicher sein, dass ein Stein nach unten fällt, wenn man ihn fallen lässt). Natürliche Vorgänge werden von so vielen Faktoren beeinflusst, dass man unmöglich alle Faktoren, die eine Rolle spielen, mit einbeziehen kann. Wenn statistische Modelle 70 oder 80 % der Variation eines beobachteten Vorganges voraussagen können, dann kann man sich als Wissenschaftler daher schon sehr glücklich schätzen. Die Modelle der Klimawissenschaftler können mit 90 bis 95%-iger Sicherheit zeigen, dass sich unser Klima verändert (4. Report, Seite 2; IPPC 2007; www.ipcc.ch). Eine so hohe Wahrscheinlichkeit ist selten in der Wissenschaft zu finden
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