Kohlmeise

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Englische Kohlmeisen passen sich an

Es wird oft bbefürchtet, daß die globale Temperaturerhöhung Fehlanpassungen zwischen verschiedenen Komponenten von Ökosystemen bewirken wird. Solche Fehlanpassungen wurden schon für Trauerschnäpper und Kohlmeisen in den Niederlanden beschrieben (siehe hier), und haben dort zu starken Populationsrückgaengen geführt.

Eine Studie in England zeigt nun, dass solche Fehlanpassungen keine unvermeidliche Folge des Klimawandels sind, da sich manche Populationen schnell genug an die sich ändernden Umweltbedingungen anpassen können.

Wissenschaftlern an der Oxford University haben Kohlmeisen (Parus major) in Wytham Wood bei Oxford (Foto links @ Matt Wood) seit 47 Jahren intensiv untersucht. Kaum eine andere Studie ist über einen so langen Zeitraum hinweg durchgeführt worden, und kann daher die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf Veränderungen im Gelegedatum, Nisterfolg, und im Nahrungsvorkommen lokaler Populationen untersuchen.

Die Studie zeigt eine erstaunlich ausgeprägte Anpassungsfähigekeit der Kohlmeisen, die bewirkt hat, daß diese Population – im Gegensatz zu den Trauerschnäppern in den Niederlanden – nicht im Bestand zurückgeht:

1. Kohlmeisen brüten ca 14 Tage früher als in den 60-er Jahren (A).

2. Das Datum des Gelegebeginns ist stark von der Temperatur vor Brutbeginn abhängig (diese Temperatur wird hier als Summe der maximalen Tagestemperatur zwischen 1. März – 25. April dargestellt; B).

Da die Temperatur in Wytham Woods in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat (C), ergibt die Abhängigkeit des Gelegedatums von der Luft-Temperatur insgesamt eine zeitliche Verschiebung des Gelegebeginns.

Der Vorteil für ein früheres Brüten liegt im Nahrungsangebot. Raupen der Wintermotte – Hauptnahrungsquelle für die Aufzucht der Jungvögel – hat ihr Hauptvorkommen um 2 Wochen vor-verlagert (D), da die Entwicklung der Puppen bei höheren Temperaturen schneller abläuft. Der Zeitpunkt des mittleren Raupen-Vorkommens ist also stark von der Luft-Temperatur abhängig (E).

Zusammen genommen ergibt sich eine Grafik, die man sich als Wissenschaftler meist nur erträumt – eine sehr starke Korrelation zwischen zwei Variablen – in diesem Fall zwischen Gelegedatum und dem Vorkommen der Raupen (F).

Eine so hohe Korrleation kann sich nur ergeben, wenn individuelle Tiere sich direkt an Umweltbedingungen anpassen können; d.h. die Anpassung der Kohlmeisen an das Raupenvorkommen wird durch hohe Flexibilität im Verhalten bewirkt. Dahingegen enstehen Fehlanpassungen, wenn Verhaltensweisen nicht flexibel genug sind, um sich umgehend auf sich ändernde Umweltbedingungen anpassen zu können.

Eine wichtige Frage, die sich aus dieser Arbeit ergibt, ist: Warum können sich einige Populationen von der gleichen Art an den Klimawandel anpassen (wie die bei Oxford), während andere (in den Niederlanden) diese Flexibilität nicht besitzen? Weitere Untersuchungen der Arbeitsgruppen in Oxford und den Niederlanden werden hoffentlich eine Antwort zu dieser Frage finden, und uns dadurch ermöglichen, Engpässe bei der Anpassung von Tierarten rechtzeitig zu bemerken, und durch geeignete Naturschutzmaßnahmen Hilfestellungen zu leisten.

Maiken Winter

Quelle: Science Daily, Science

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