Wer meint, daß man als einzelne Person keinen Einfluß haben kann, der kennt Carolin nicht, und nicht die 1000-den von anderen Menschen, die – wie sie – beschlossen haben, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Daß junge Menschen wie sie Initiative ergreifen, ist unglaublich ermutigend, und setzt ein wichtiges Beispiel dafür, daß jeder zum Klimaschutz beitragen kann. Es kommt dabei – wie bei so Vielem im Klimaschutz – nicht darauf an, ob etwas möglich ist (denn das ist es), sondern darauf, ob der Wille und das Verständnis dazu da ist, das Nötige durchzusetzen.
Und genau das hat Carolin. Die 12-jährige Schülerin aus Olching bei München hat aus eigener Initiative ihre Lehrerin einen Monat lang “genervt”, bis diese nachgab, und Carolin erlaubte, einen Vortrag über den Klimawandel in ihrer Klasse zu halten. Dafür hat sie selbstständig die Folien für den Vortrag zusammen getragen, und sich so gut vorbereitet, daß sie am Ende eine 1 dafür bekam. Aber, wie sie sagt, es geht ihr gar nicht um die Note. Natürlich nicht. Ein Mensch wie Carolin versteht trotz (oder gerade wegen?) ihrer Jugend sehr gut, daß es beim Klimawandel um weit mehr als gute Noten geht.
Nun wird Carolin versuchen, den Vortrag auch in anderen Klassen zu halten, sogar in höheren Jahrgangsstufen. Aber bevor sie das macht, möchte sie erst einmal versuchen, ihre KlassenkameradInnen davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, etwas für den Klimaschutz zu tun. Sie zitiert dabei den Spruch bei Nullgradplus:
Es ist schon alles gesagt,
nur noch nichts getan.
Carolin ist ein wunderbares Beispiel dafür, was möglich ist, wenn man von der Wichtigkeit einer Sache überzeugt ist. Wir brauchen viel mehr von ihrer Sorte in allen Teilen der Bevölkerung: Leute, die sich für den Klimaschutz einsetzen, ohne sich von Hindernissen abschrecken zu lassen. Wenn eine 12-Jährige sich gegenüber ihrer Lehrerin durchsetzen kann, dann können wir Erwachsene das auch gegenüber unseren Vorgesetzten und Politikern. Es fehlt nur das Verständnis für die Dringlichkeit des Klimaschutzes; die Einsicht, daß wir Einfluß haben können; und der Wille, uns dafür Zeit zu nehmen.
Maiken
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