Studie zeigt, daß die Auswirkungen des Klimawandels in den Tropen sehr viel dramatischere auf Tier-und Pflanzenarten sein werden als in anderen Regionen unserer Erde.
Tiere und Pflanzen haben sich im Laufe der Evolution optimal an die Ökosysteme in denen sie leben, angepaßt.
Tiere in arktischen Gebieten müssen extrem kalte Temperaturen tolerieren, und gleichzeitig warme Sommertage gut überstehen können. Je näher Tiere an den Polar-regionen leben, desto toleranter sind sie daher für Temperaturschwankungen. Und selbst wenn Temperaturen im Norden durch die globale Temperatur-Erhöhung steigen, werden die Temperaturen meist unterhalb des physiologisch tragbaren Bereiches bleiben.
Nicht so in den Tropen. Hier haben sich Tiere an relativ konstante Temperaturbedingungen angepaßt, und sind daher erheblich weniger tolerant für Temperaturveränderungen. Außerdem leben tropische Arten schon nahe der physiologisch tragbaren Luft-Temperatur. Minimale Temperaturerhöhungen können daher dramatische Auswirkungen auf das Überleben der Arten haben.
Die Toleranz für Temperaturschwankungen wurde von Wissenschaftlern an der Universität von Washington, Seattle, und anderen U.S. Forschungseinrichtungen anhand von Insekten modelliert, deren Studie gestern in PNAS veröffentlicht wurde. Ihre Untersuchungen zeigen, daß das Populationswachstum von tropischen Insekten durch die Temperaturerhöhung bis zu 20% verringert werden könnte.
Dieser Vergleich bedeutet nicht, daß die globale Klimaerwärmung nicht auch dramatische Auswirkungen auf Arten der nördlichen Breiten haben wird. Fehlanpassungen verschiedener voneinander abhängiger Arten und der Verlust von Lebensräumen (wie z. B. dem arktischen See-Eis, Gletschergebiet, und Küstenbereichen) werden Arten auch im Norden stark einschränken. Jedoch ist die geringere Temperatur-Toleranz tropischer Arten besonders beunruhigend, da die Tropen bisher die höchste terrestrische Biodiversität aufweisen. Die Anzahl bedrohter Arten ist dort daher um ein mehrfaches höher.
Maiken Winter
Quelle: Science Daily
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