Die Eisbrücke des antarktischen Wilkins Eisschelfs ist abgebrochen
In seinem preisgekrönten Film “Eine unbequeme Wahrheit” zitiert Al Gore den Klimatologen J. H. Mercer im Jahre 1979: “Ein Warnsignal für den Beginn einer gefährlichen Erwärmung in der Antarktis wird das Abbrechen der Eisschelfe von der Antarktischen Halbinsel sein (…)”.
Nachdem die Eisbrücke, welche das Wilkins Eisschelf noch mit Charcot Island verband, am 8. April begann, sich endgültig abzuspalten (siehe Bildfolge der European Space Agency), ist das Wilkins Eisschelf nun in Gefahr, vollkommen zu kollabieren. Das wäre das zehnte und das größte Eisschelf, das innerhalb der letzen Jahre auf der Antarktischen Halbinsel kollabiert.
Das Abbrechen von Eisschelfen bewirkt allein keinen Anstieg des Meeresspiegels, da das Schelfeis auf dem Wasser schwimmt, und dadurch Wasser ja schon verdrängt hat. Jedoch kann sein Abbrechen bewirken, daß Gletschereis schneller in das Meer fließt, wodurch zusätzliches Volumen dem meer zugeführt wird – der Meeresspiegel steigt an.
Das Zusammenbrechen von Schelfeisen, die seit 1000-enden von Jahren bestanden haben, ist eine weitere beunruhigende Warnung an uns, endlich effektiv zu handeln. Erstaunlich daher, wie wenig das Kollabieren der Eisbrücke in den Medien erwähnt wird. Wird die Thematik langsam langweilig? Das wäre tragisch, wenn Langeweile einkehrt bevor wir effektiv gehandelt haben.
Maiken Winter
Weitreführende links: KlimaLounge, British Antarctic Survey, Planet Earth
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